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Informationszentrum Divača

Allgemeine Informationen

Divača ist ein kleiner, aber lebendiger Ort, der die Besucher:innen mit seiner Naturschönheit, einem reichen Kulturerbe und freundlichen Menschen anlockt. In der Gemeinde Divača treffen das Mediterrane und die faszinierende Karstwelt aufeinander. Seine einzigartige geografischen Lage  bringt außergewöhnliche natürliche Sehenswürdigkeiten hervor, wie die Höhlen von Divača (Divaška jama), die Höhlen von Škocjan (Škocjanske jame), die auch Teil des UNESCO-Welterbes sind, sowie das Tal Velika dolina. Die Besucher:innen haben hier die Gelegenheit, all diese Schönheiten zu erkunden, auf malerischen Wegen zu spazieren und die unversehrte Natur zu genießen. Neben seiner natürlichen Schönheit hat Divača auch ein reiches kulturelles und technisches Erbe zu bieten.

Im Informationszentrum Divača wird den Besucher:innen in der Freilichtausstellung vor dem Wasserspeicher, einem Wasserreservoir für Dampflokomotiven, der ein technisches Denkmal von regionaler Bedeutung darstellt, das Projekt “Das zweite Gleis” vorgestellt. Der Wasserspeicher wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut und diente in erster Linie dazu, Wasser zu sammeln und zu speichern sowie die Dampflokomotiven ab den ersten Zug im Jahr 1846 bis zur letzten Dampflok in Slowenien im Jahr 1978 mit Wasser zu versorgen.

Der Wasserspeicher in Divača wurde im neoklassizistischen Stil erbaut. Die sorgfältig erhaltene Struktur zeugt von Divačas reichen Geschichte und ist ein wichtiger Teil der Ortsidentität, während er auch den historischen und technischen Fortschritt darstellt und Zeuge der Vergangenheit und der Entwicklung der Gemeinde ist.

Das Informationszentrum Divača befindet sich vor dem Wasserspeicher und ist für Einzelpersonen und/oder Gruppen zur Besichtigung geöffnet.

Nachstehend erhalten Sie ausführliche Informationen über den Inhalt der Ausstellung des Unternehmens 2TDK. Wir empfehlen Ihnen, bei Ihrem nächsten Besuch in Divača die Besichtigung des Informationszentrums mit der Ausstellung über das zweite Gleis einzuplanen.

Bedeutung der Eisenbahn für Slowenien

Aufgrund seiner sehr günstigen geografischen Lage ist Slowenien stark ins transeuropäische Verkehrsnetz eingebunden. Dies ist einer der größten Vorteile und eine der größten Chancen für die wirtschaftliche, touristische und nachhaltige Entwicklung Sloweniens, bei der die Eisenbahn schon immer eine bedeutende Rolle spielt.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts galt der Schienenverkehr als Hauptakteur des Gütertransports auf dem Festland, bevor er eine Zeitlang an Bedeutung verlor. Heutzutage wird die Rolle des Schienenverkehrs wieder immer wichtiger, denn schließlich ist dies die nachhaltigste Verkehrsform, die bei der richtigen Entwicklung in naher Zukunft zur Klimaneutralität Sloweniens und der Europäischen Union beitragen wird.

Das zweite Gleis der Bahnstrecke Divača-Koper ist sowohl ein Teil des Kernnetzkorridors Orient/Östliches Mittelmeer als auch der Baltisch-Adriatischen Achse im Rahmen des gesamteuropäischen Verkehrsnetzes TEN-T (Trans-European Network Transport). Außerdem ist es für den Stellenwert des Hafens von Koper von entscheidender Bedeutung, da es die dringend erforderliche Hochleistungs-Schienenverbindung zwischen dem Hafen und den anderen europäischen Ländern darstellt.

Divača, eine Siedlung am Eisenbahnknotenpunkt

Divača entwickelte sich immer weiter und gewann mit der Entwicklung des Verkehrs, der vom Triester Hafen ins Landesinnere verlief, zunehmend an Bedeutung. Auf diese Weise wurde durch den Bau der Südbahn in der Mitte des 19. Jh., die über Ljubljana Wien mit Triest verband, sowie später mit der istrischen Bahnstrecke mit der Abzweigung in Divača aus dem Schafzüchterdorf im 16. Jahrhundert ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die Bedeutung der Eisenbahn bezeugen heute die Museums-Dampflok im nahe gelegenen Bahnhof sowie der erhaltene Wasserspeicher oben auf dem Hügel.  Der Wasserturm gewährleistete die Wasserversorgung der auf slowenischem Boden verkehrenden Dampflokomotiven, vom ersten Zug im Jahr 1846 bis zur letzten Dampflokomotive im Jahr 1978.

Eisenbahn auf slowenischem Boden im 19. und 20. Jahrhundert

Bereits die frühesten Zeiten der Eisenbahnentwicklung auf slowenischem Boden zeugen von der Bedeutung unseres Gebiets, da die ersten Bauarbeiten für die Bahnverbindung Wien – Triest in Slowenien bereits gut 10 Jahre nach dem Bau der ersten öffentlichen Eisenbahnstrecke der Welt (1825) begannen. Am 2. Juni 1846 wurde die Bahnstrecke Graz – Celje offiziell eingeweiht,  wodurch der erste Zug durch Slowenien fuhr. In dieser Zeit beherrschten die Dampflokomotiven die Gleise, die durch die Abzweigungen der Gleise in Divača mit dem Wasser aus dem heute noch erhaltenen Wasserspeicher versorgt wurden.

Vom ersten Zug bis zum Jahr 1857 war Slowenien ein Teil der Eisenbahnverbindung Wien – Triest, die von Graz über Maribor, Celje, Zidani Most, Ljubljana, Divača und Nabrežina nach Triest führte. Dabei galt der 561 Meter lange und 38 Meter hohe Borovniški viadukt (dt.  Franzdorfer Viadukt) als schönstes Bauwerk auf der gesamten Strecke.

Eines der wichtigsten Projekte war auch die Errichtung der Bahnstrecken Pragersko – Čakovec (1860), die bis nach Budapest führte, die Bahnstrecke Zidani Most – Zagreb (1862), Maribor – Villach (1864), Kranj – Jesenice – Trbiž (1870), Pivka – Rijeka (1873) sowie die Eisenbahnlinie Divača – Pula (1876).

Bis Ende des 19. Jahrhunderts kamen noch die Verbindungen nach Kamnik, Savinjska, Dolenjska, Vrhnika und Mislinja dazu.

Im 20. Jahrhundert gab es auf slowenischem Gebiet viele Grenzänderungen, was dazu führte, dass nicht nur neue Bahnstrecken gebaut, sondern auch alte stillgelegt wurden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekam Slowenien u. a. die Vipava-Bahnstrecke (Gorizia – Šempeter – Prvačina – Dornberk – Ajdovščina), die Küstenbahnlinie Triest – Poreč, die Rogatec-Bahnstrecke, die Grobelno mit Rogatec verband, die Strecke der Karawanken- und Wocheiner Bahn von Klagenfurt bis Triest, die Prekmurje-Bahnstrecke Hodoš – Murska Sobota sowie die Bela Kranja-Bahnstrecke von Novo mesto nach Metlika oder Rosalnice. Die Strecke der Karawanken- und Wocheiner Bahn galt damals als herausragende Leistung, da sie durch äußerst anspruchsvolles Gelände mit zahlreichen Brücken und Tunneln verläuft.

Für die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ist die Stilllegung vieler Bahnlinien charakteristisch, da sich die Grenzen durch den Zerfall Österreich-Ungarns und der Bildung neuer Länder erheblich verschoben. Dennoch kamen in dieser Zeit die Bahnverbindungen Ormož – Ljutomer – Murska Sobota, Krapina – Rogatec sowie Sevnica – Tržišče hinzu. Die erneuten Grenzveränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Umverlegung einiger Strecken zur Folge. In der Zwischenzeit blühte der Straßenverkehr auf und die Bedeutung des Schienenverkehrs ging etwas zurück. Bald änderte sich die Situation wieder und die Eisenbahn gewann wieder an Ansehen und Interesse. So entstanden die Strecken Ljubljana – Kamnik (1978), Prvačina – Ajdovščina (1981) sowie Divaški lok (1987), die Koper mit Sežana und den Hafen von Koper mit Österreich verbanden.

Nach der Unabhängigkeit Sloweniens im Jahr 1991 wurden die istrischen Bahnstrecken stillgelegt, während andere mit einigen Abweichungen wieder in Betrieb genommen wurden.

Die Bahn heute

Heute verfügt Slowenien über mehr als 1.200 Kilometer Eisenbahnlinien, wobei alle Hauptstrecken ab 600 Kilometer elektrifiziert sind. Die wichtigste strategische Gelegenheit im Bereich der Eisenbahninfrastruktur ist die Einbindung Sloweniens in das gesamteuropäische Verkehrsnetz, was die wirtschaftliche, touristische und nachhaltige Entwicklung in Slowenien fördert. Über Slowenien verläuft die kürzeste Verbindung zum Mittelmeer und zu den Ländern des Nahen und Fernen Ostens. Der Verkehrskorridor V, der auf slowenischem Gebiet den Hafen von Koper mit den mittel- und osteuropäischen Ländern verbindet, ist dabei besonders wichtig.

Neben der effizienten wirtschaftlichen Entwicklung bringt die Entwicklung des Eisenbahnverkehrs auch langfristige Vorteile für Slowenien, da der Bahnverkehr als nachhaltigste Form des Landverkehrs gilt, da der spezifische Energieverbrauch im Vergleich zum Straßenverkehr um 3,5 Mal und der spezifische Energieverbrauch im Schienengüterverkehr sogar um 8,7 Mal geringer ist. Dadurch wird bei der richtigen Entwicklung die Klimaneutralität Sloweniens ermöglicht.

Bahnstrecke von Divača bis Koper

Die Strecke zwischen Divača und Koper wurde 1967 gebaut und ist die einzige Eisenbahnverbindung zwischen dem Hafen von Koper und dem Hinterland. Seit Juli 2018 ist die Strecke offiziell überbelastet, wobei der Verkehr zunehmend langsamer und mit Verzögerungen verläuft. Dies ist einer der Gründe für den Bau des zweiten Gleises.

Das zweite Gleis Divača – Koper ist ein Abschnitt des Kernkorridors des Transeuropäischen Verkehrsnetzes TEN-V und für die Bedeutung des Hafens in Koper von entscheidender Bedeutung.

Schließlich ist dies die dringend benötigte leistungsfähige Schienenverbindung des Hafens zu den anderen europäischen Ländern. Der offizielle Projektbeginn reicht ins Jahr 2001 zurück, als der nationale Lageplan erstellt wurde. Dabei handelt es sich um ein äußerst komplexes und gründlich geplantes Projekt, das aufgrund des schwierigen Geländes und der ökologischen Empfindlichkeit der Strecke 17 verschiedene Trassenvarianten erforderte, von denen nach detaillierten Analysen die geeignetste ausgewählt wurde, die außerhalb der bestehenden Strecke verläuft.

Bei der Projektplanung waren insgesamt 150 Ingenieure und Techniker aus neun Unternehmen beteiligt, die dafür insgesamt 220.000 Arbeitsstunden aufwendeten.

Auf der 27 Kilometer langen Strecke müssen 430 Höhenmeter überwunden werden. 75 % der Strecke verlaufen durch Tunnel mit insgesamt 37 Kilometern Tunnelröhren, wobei der längste Tunnel aus Sicherheits- und Wartungsgründen als Doppelröhren-Tunnel errichtet wurde. Die Hauptbauarbeiten begannen am 05. Mai 2021.

Die Bauarbeiten am zweiten Gleis erfolgen in mehreren Phasen. Die Tunnel Lokev und Beka werden in der 1. Phase errichtet. Die 2. Phase umfasst den Bau der Tunnel Stepani, Tinjan, Osp, Mlinarji und Škofije sowie die Viadukte Gabrovica und Vinjan. Phase 3 sind die sog. Eisenbahn- und Tunnelsysteme. Die Arbeiten aus dieser Phase beginnen mit der Umleitung der bestehenden Strecke in Divača. Im Anschluss daran folgt die Errichtung des Fahrnetzes, der Signal- und Sicherheitsanlagen, der Telekommunikationsanlagen, usw.

Umleitung in Divača

Die Trasse des zweiten Gleises in Divača kreuzt die bestehende Bahnstrecke, sodass ein Teil des bestehenden Gleises verlegt oder eine Umleitung eingerichtet sowie eine neue Strecke von 800 Metern gebaut werden müssen. Auf diese Weise wird der reibungslose tägliche Zugverkehr auf der bestehenden Strecke Divača – Koper auch während der Bauarbeiten des zweiten Gleises sichergestellt. Erst nach der Fertigstellung der Umleitung und der Verlegung des gesamten Verkehrs auf den neuen Streckenabschnitt können die gut 1,1 km der bestehenden Strecke entfernt werden und somit Platz für den Bau des zweiten Gleises geschaffen werden.

Umspannwerk

Ein elektrisches Umspannwerk ist eine elektroenergetische Anlage, in der die Wechselspannung aus dem Stromversorgungsnetz auf eine niedrigere Spannung umgewandelt und in Gleichspannung transformiert sowie anschließend über Schalter ins Fahrnetz eingespeist wird. Für die Elektrifizierung des zweiten Gleises sind drei Umspannwerke vorgesehen. Zusätzlich zu den bestehenden Umspannwerken in Divača und Dekani, die in geringerem Umfang umgebaut und modernisiert werden müssen, wird noch ein neues Umspannwerk mit denselben Merkmalen wie bei den beiden bestehenden Umspannwerken in Črni Kal gebaut.

Zweites Gleis als elektrifizierte Bahnstrecke

Die Bahnstrecke des zweiten Gleises wird vollständig elektrifiziert. Für die Elektrifizierung des zweiten Gleises wird zusätzlich zu den drei Umspannwerken ein Fahrnetz vom Ende des Bahnhofs Divača bis zum Anfang des Ausziehgleises errichtet. Die Elektrifizierung soll mit einem 3 kV-Gleichstromsystem (3 kV DC) erfolgen, wie es auch bei den anderen Hauptstrecken der öffentlichen slowenischen Eisenbahninfrastruktur der Fall ist. Das 3 kV-Gleichstromsystem ist eines von vier vorherrschenden und standardisierten Systemen für die weltweite Elektrifizierung der Eisenbahnstrecken, das sich bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchgesetzt hat und in mehreren europäischen Ländern, u. a. in Spanien, Italien, Belgien, Polen, in der Tschechischen Republik, in der Slowakei und in Russland verwendet wird.

Geophysikalische Untersuchungen und Georadar

Da das zweite Gleis auf karstigem Gelände errichtet wird, in dem die Entdeckung mehrerer Karsterscheinungen zu erwarten sind, werden dort während der Bauarbeiten der beiden Tunnel Lokev und Beka, die im Karstboden gebaut werden, geophysikalische Untersuchungen durchgeführt. Bei den geophysikalischen Untersuchungen wird ein Georadar (GPR) verwendet, das mit Hilfe von Radiowellen die Beschaffenheit des hügeligen Geländes sowie eventuelle Anomalien in der Bodenstruktur erkennt.

Der Zweck der geophysikalischen Untersuchungen ist, vor dem Aushub potenzielle Karsterscheinungen an der Trasse zu erkennen und dadurch die Unvorhersehbarkeit der Karstvorkommen im Aushubbereich zu verringern. Durch die Untersuchungen werden die Geometrie der Karstphänomene, deren Lage zum Tunnel, die potenzielle Wasserführung sowie andere Merkmale bestimmt. Solche Untersuchungen gewährleisten die Sicherheit sowohl während der Bauarbeiten als auch in der Betriebsphase des zweiten Gleises.