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Infostelle Kraški rob

Allgemeine Informationen

Die Trasse verläuft durch drei geografisch und kulturell sehr unterschiedliche Landschaften: den Karst, das Hügelland Brkini und das slowenische Küstenland (Slovensko primorje). Diese drei faszinierenden und einzigartigen Welten enthüllen außer natürlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten noch unbekannte Teile Sloweniens, einzelne Fragmente aus dem Leben der Menschen und interessante Geschichten. Das Erkunden dieser Regionen ist ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis.

Landschaften und Orte an der Trasse des zweiten Gleises Divača – Koper

Karst (Kras)

Der Karst ist die Welt der unterirdischen Höhlen, verschwindenden Flüsse, Dolinen und Tropfsteine. Die Höhlen von Škocjan (Škocjanske jame) in der Nähe von Divača zählen aufgrund ihrer Einzigartigkeit zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Höhle von Vilenica ist die älteste öffentlich zugängliche Höhle in Europa, aber auch die Höhle von Divača (Divaška jama), die Höhle Dimnice (auf Deutsch „Rauchgrotte“) sowie die Höhle Križna jama sind sehr interessant. Die berühmteste und meistbesuchte Höhle bleibt weiterhin die Tropfsteinhöhle in Postojna (Postojnska jama).

Die Karstdoline Risnik in Divača ist ebenfalls eine Sehenswürdigkeit im Karst. Um die Doline herum verläuft der naturwissenschaftliche Karstlehrpfad Divaški Kras, der bis zur Höhle von Divača führt.

Slowenisches Küstenland

Zwischen dem Karst-Rand (Kraški rob) und der Adria erstreckt sich das slowenische Küstenland (Slovensko primorje) mit zahlreichen Dörfern und Orten im Hinterland und kleinen Küstenstädten. Das mediterrane Klima, die fruchtbare Erde sowie die Natur, die Menschen, das reiche Erbe, das bunte Kulturleben, die lebendige Kreativität und die sportlichen Aktivitäten sind nur einige der Merkmale in diesem Teil Sloweniens.

Die Strecke des zweiten Gleises überwindet den steilen Karst-Rand (Kraški rob) sowie insgesamt 400 Höhenmeter und verläuft anschließend durch eine Serie von fünf Tunneln und zwei Viadukten zum Meer hinab bis nach Koper (Capodistria).

Karst-Rand (Kraški rob)

Der Karst-Rand ist die geologische und klimatische Grenze, wo das slowenische Festland in die Küstenlandschaft übergeht und das Karstplateau mit seinem steilen, tektonisch mehrfach zerklüfteten Rand in die Flyschlandschaft Istriens überläuft. Diese Gegend wird auch als Breg oder Bržanija bezeichnet und stellt eine geologische, geomorphologische und klimatische Grenze dar.

Der Übergang zwischen dem Kalksteinplateau und dem Flysch fängt bereits oberhalb von Triest an, obwohl als eigentlicher Beginn des Karst-Rands der Bergsattel bei Cattinara am Rand des Triester Gegend angesehen wird. Ab hier beginnt in der Regel Istrien. Somit windet sich der Karst-Rand vom Bergsattel bei Triest bis nach Socerb an der slowenisch-italienischen Grenze und erstreckt sich von dort aus in einem etwa 20 Kilometer langen und 2,5 bis 5 Kilometer breiten Streifen bis nach Mlini an der slowenisch-kroatischen Grenze. Im 20. Jahrhundert wurde der in Italien gelegene Teil des Karst-Rands unter dem Namen Breg bekannt, während der slowenische Teil der Landschaft einfach als Kraški Rob oder Bržanija bezeichnet wird, obwohl der Name Breg auch für diesen Teil verwendet wird.

Diese geografisch, geologisch und klimatisch vielfältige Welt bietet günstige Bedingungen für das Gedeihen einer vielfältigen Flora. Die abwechslungsreiche Karstwelt mit den unterirdischen Höhlen, Halbhöhlen und steilen Felswänden sowie die vollkommen andere Flyschlandschaft Istriens ziehen viele Botaniker:innen, Höhlenforscher:innen und Vogelliebhaber:innen an. Bisher wurden hier insgesamt 1 688 Tierarten entdeckt, darunter eine große Anzahl gefährdeter Spezies. Neben 28 Endemiten wurden auch 10 für die Welt der Wissenschaft neue Arten entdeckt. Der Karst-Rand ist von zahlreichen Rad- und Wanderwegen durchzogen. Er gilt auch als das zentrale Klettergebiet Sloweniens, denn hier befinden sich mehr als die Hälfte aller Kletterrouten des Landes.

Socerb, Črni Kal, Osp, Gabrovica, Tinjan, Škofije, Plavje und Dekani sind die Ortschaften entlang des zweiten Gleises mit zahlreichen Kulturdenkmälern, der typischen Architektur, interessanten Ausflugszielen und wunderschönen Aussichten sowie den Einheimischen, die sich mit dem Wein- und Olivenanbau beschäftigen.

Socerb

Socerb ist vor allem für die Burg Socerb (bzw. Burg Strmec) bekannt, die sich Rande des 300 Meter hohen Felsens im nördlichsten Teil des Karst-Rands erhebt. Wegen ihrer außergewöhnlichen strategischen Lage war sie in der Vergangenheit von großer Bedeutung. Die Burg wurde bereits im Mittelalter erwähnt und im 14. Jahrhundert war sie im Besitz der venezianischen Familie Ducaini aus Venedig. Die Burg wurde durch die Kriege mehrfach beschädigt und die Besitzer wechselten ständig. Freiherr Johann Weichard von Valvasor besuchte die Burg und beschrieb sie in seinem berühmten Werk Die Ehre dess Hertzogthums Crain (Slowenisch: Slava Vojvodine Kranjske) aus dem Jahr 1689. Etwa 300 Meter von der Burg entfernt ist der Eingang in die Heilige Höhle (Sveta jama), die 44 Meter tief und 200 Meter lang ist. Der Legende nach lebte dort der junge Heilige Socerb (San Servolo) zwei Jahre lang als Einsiedler, nachdem er zum Christentum konvertiert war. Wegen seines Glaubens wurde er 283 bzw. 284 vom Triester Gouverneur hingerichtet. Die Höhle wurde zu einer heiligen Stätte mit der einzigen unterirdischen Kirche in Slowenien. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde dort jedes Jahr am 24. Mai die Heiligen Messe gefeiert. In Socerb gibt es auch zwei Dorftränken.

Von Socerbo aus führt ein Wanderweg am Karst-Rand entlang bis nach Hrastovlje und auf den Slavnik. Vor der Ortschaft befindet sich der Weiler Kastelec mit der Kirche der Heiligen Helena.

Črni Kal, Gabrovica

Črni Kal ist ein Dorf an der Regionalstraße Koper – Ljubljana mit einem mittelalterlichen Grundriss und einigen Gebäuden aus dem 15. und 16.
Jahrhundert. Das istrische Karstdorf hat viele architektonische Juwelen, darunter das sog. Benko-Haus (Benkova hiša) aus dem Jahr 1489, das als das älteste Landhaus in der Gemeinde Koper gilt. Das Haus ist ebenfalls das älteste bekannte typische und datierte Beispiel für ein Gebäude der slowenischen Volksarchitektur mit Spuren der zeitgleichen spätgotischen und romanischen Gestaltung. Der Ort ist auch für den mehr als einen Meter schiefen Glockenturm der St. Valentinskirche aus dem Jahr 1580 bekannt, deren Neigung durch die Absenkung des Geländes zustande kam.

Die Geschichte von Črni Kal ist sehr interessant: Im nahe gelegenen Steinbruch wurden Überreste aus dem Paläolithikum und aus der Römerzeit entdeckt, und am Felsrand befinden sich die Ruinen der Burg bzw. Festung San Sergio aus dem 11. Jahrhundert, die über eine Metallbrücke zugänglich ist.

Sehenswürdigkeiten im Dorf: Das Gehöft Črni Kal 17 (mit Überresten des einstigen Gehöfts mit Karsthof (korta) und dem erhaltenen, in Stein gehauenen Eingang mit der Inschrift A.V.47 und der Jahreszahl 1863), das Gehöft Črni Kal 37 (aus dem Jahr 1818 aus Wohn- und Wirtschaftsgebäuden mit reichen Steinschnitzdetails) sowie das Haus Črni Kal 38 (Baujahr zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert; ein niedriges, einstöckiges Haus mit teilweise erhaltenen typischen Merkmalen der Dorfarchitektur unterhalb des Karst-Rands). Interessant ist, dass die Einheimischen das günstige Klima dazu nutzten, um verschiedene mediterrane Pflanzen anzubauen, deren Früchte sie auf den Märkten in den Küstenstädten und in Triest anboten, wobei der Wein sogar bis nach Wien verkauft wurde.

Osp

Osp ist ein Ort nordwestlich von Črni Kal, der über das Dorf Gabrovica zu erreichen ist. Dies ist eines der ältesten slowenischen Dörfer und wurde bereits im Jahr 1067 erwähnt. Der dicht besiedelte Dorfkern ist von engen Gassen durchzogen (Reihenhäuser und geschlossene Innenhöfe) und die Hauptstraße windet sich bis zur Höhle Grad, wo der Fluss Osapska reka entspringt. Die Höhle ist nicht öffentlich zugänglich, damit die Fledermäuse dort ungestört ihre Jungtiere aufziehen können. Vor der Höhle befand sich früher eine Festung, von der heute noch die Überreste der Verteidigungsmauern zu sehen sind.

Osp ist vor allem für seine 200 Meter hohe Felswand oberhalb des Dorfes bekannt, die mit 55 Klettersteigen ein sehr beliebtes Klettergebiet in Europa ist. Mit seiner Mauer war Osp in der Vergangenheit eine der wichtigsten Verteidigungsanlagen gegen die Türken. Im Dorf befindet sich auch die Thomaskirche aus dem 18. Jahrhundert und eine Wasserquelle, die die Einheimischen mit Trinkwasser versorgte.

Tinjan

Das Dorf Tinjan liegt auf einem Hügel an der italienischen Grenze und ist einer der schönsten Aussichtspunkte auf die Bucht von Koper und den Golf von Triest. Tinjan war in der Eisenzeit ein befestigter Stützpunkt und in der Römerzeit und im Mittelalter befand sich hier ein Wehrturm. Einigen Quellen zufolge reicht der Name des Dorfs in die Römerzeit zurück. Hier soll einst der kriegerische Stamm Attinium gelebt haben. Einige Ansässigen sollen sich ihm widersetzt haben, weshalb er den Namen Anti-Attinium bekam, aus dem sich der Name Tinium und damit Tinjan durchsetzen. Die Überreste der Verteidigungsmauern befinden sich neben der Kirche St. Michael. Die Kirche steht am Dorfrand, auf einem ummauerten Plateau der prähistorischen Festung.

Die einschiffige Barockkirche St. Michael
mit dem quadratischem Presbyterium und Glockenturm wurde vor 1700 an der Stelle der Vorgängerin aus dem 13. Jahrhundert errichtet. In der Kirche befindet sich der Hauptaltar aus grauem und rotem Marmor. An der Außenwand der Sakristei ist ein antiker Steinkopf, der wahrscheinlich aus der Römerzeit stammt. Die erhaltene Bronzestatue des römischen Gottes Merkur, dem Schutzpatron der Kaufleute, aus dem 2. Jahrhundert befindet sich heute im Nationalmuseum in Ljubljana. Tinjan ist der letzte Aussichtsberg auf dem slowenischen Fernwanderweg (Slovenska Planinska Pot), der anschließend zum Meer hinunterführt.

Mehr Infos über das zweite Gleis

Viadukte sind faszinierende Ingenieurleistungen im Bauwesen von zentraler Bedeutung, die die Überquerung von Tälern, Flüssen, Straßen oder Eisenbahnlinien in großer Höhe ermöglichen. Es gibt verschiedene Formen des Viaduktbaus, die je nach Gelände, materiellen Ressourcen und Projektanforderungen eingesetzt werden. Im Rahmen des Projekts des zweiten Gleises wurden drei Viadukte in drei verschiedenen Bautechniken gebaut.

Viadukt Glinščica – semi-integrale Konstruktion

Bei dieser Brückenbaumethode auf einem Lehrgerüst wird der Beton durchgehend an einem Stück gegossen, damit eine starke und homogene Struktur erzielt wird. Diese Technik setzt in einem einzigen Arbeitsprozess die Montage der Schalungen und Beschläge sowie das anschließende Betongießen um. Das wiederum ermöglicht den schnellen Bau großer Konstruktionselemente in geringeren Höhen mit weniger Fugen, wodurch die Kosten und die Bauzeit gesenkt werden.

Viadukt Gabrovica – Taktschiebeverfahren

Diese Brückenbautechnik des Taktschiebeverfahrens ist eine innovative Technik, bei der die vorgespannten Stahlbetonelemente, deren einzelne Segmente in der Werkstatt vorgefertigt werden, über Stützpfeiler nach vorne geschoben werden. Durch diese fortschrittliche Technologie kann der Viadukt ohne Verwendung der bisher üblichen verschalten Stützpfeiler errichtet werden, was eine schnelle und sichere Projektumsetzung gewährleistet.

Viadukt Vinjan – Freivorbau

Die Technik des freien Vorbaus eignet sich für große Spannweiten zwischen den einzelnen Pfeilern. Dieses Verfahren wird verwendet, um hohe Täler und schwer zugängliche Stellen zu überspannen. Bei dieser Bautechnik wächst der Überbau links und rechts von den Pfeilern des Viadukts, und zwar werden die Segmente dabei am frei auskragendem Ende auf beiden Seiten symmetrisch angefügt. Diese Überbaukonstruktion ist meist ein Hohlkasten mit rechteckigem oder trapezförmigem Querschnitt. Dabei handelt es sich um eine Brückenbautechnik, die vor etwa 50 Jahren auftrat.

Deponie Bekovec

Baustellendeponien sind Gebiete, die der Sammlung, Trennung und Ablage von Bauabfällen und Baustoffresten dienen. Diese Deponien sind für ein effizientes Abfallmanagement auf Baustellen wichtig und haben mehrere bedeutende Funktionen. Ihr Zweck ist die Sammlung und Trennung verschiedene Abfallarten, damit sie entsprechend recycelt bzw. entsorgt werden können. Auf Deponien können nicht mehr verwendbare Baumaterialien sicher von der Baustelle entfernt werden, was zu einer sauberen und sicheren Arbeitsumgebung beiträgt. Darüber hinaus sind die Deponien auf den Baustellen auch als Quelle sekundärer Rohstoffe, da einige Abfälle recycelt und in anderen Bauprojekten wiederverwendet werden können. Baustellendeponien sind für eine effiziente Abfallwirtschaft und nachhaltiges Bauen wichtig.

Die Deponie Bekovec befindet sich im Tal des Wildbachs Krniški potok und diente während des Autobahnbaus zur Ablagerung des Bodenaushubmaterials. Das Gelände wurde damals nicht vollständig aufgefüllt, sodass die Deponie für den durch den Tunnel-Aushub anfallenden Materialüberschuss im Rahmen des Projekts Zweites Gleis genutzt wird. Anschließend wird das Gelände durch die Anlieferung von fruchtbarer Erde und die Rekultivierung neugestaltet. Das Unternehmen 2TDK wird dort einen Olivenhain anlegen, der den Grundstückseigentümer:innen zur Bewirtschaftung überlassen wird.

Sieben Tunnel auf der Trasse

Der neue Gleisstrang beginnt hinter dem Bahnhof Divača, wo sich die bestehende Strecke Divača – Koper abzweigt. Nach gut zwei Kilometern führt die neue Linie in den Tunnel Lokev, danach über den Viadukt Glinščica und anschließend in den Tunnel Beka, der am Karst-Rand (Kraški rob) endet. Es folgen der Viadukt Gabrovica und die kürzeren Tunnel Stepani, Tinjan und Osp. Im Tunnel Mlinarji macht die Strecke eine Wendung in Richtung Süden und wird auf dem Viadukt Vinjan fortgesetzt. Danach führt sie noch in den letzten Tunnel Škofije und verläuft nach dem Verlassen des Tunnels durch das Rižana-Tal, den offenen Teil der Trasse, bis sie sich zum Schluss an den Güterbahnhof in Koper (Koper Tovorna) anschließt.

Tunnel Lokev (T1)

Mit 6 714 Metern ist das der längste Tunnel auf der neuen Strecke. Genauso wie die Tunnel Beka (T2) und Škofije (T8) ist er doppelröhrig, d. h., dass parallel zum Hauptröhre eine Versorgungsröhre im selben Querschnittprofil verläuft. Im Tunnel Lokev (T1) werden in einer Entfernung von 500 m die zwei Tunnelröhre mit insgesamt 13 Verbindungsstollen (Querschlägen) verbunden, um bei einem Unfall eine sichere Flucht über die Rettungs- und Interventionswege zu gewährleisten und eine effiziente Instandhaltung sowie einen Ort für die Installation der elektromechanischen Anlagen, der Signal- und Telekommunikations- und der Löschwasseranlagen zu ermöglichen.

Tunnel Beka (T2)

Mit einer Länge von 6 017 Metern ist dies der zweitlängste Tunnel auf der Strecke. Die Haupt- und Versorgungsröhre sind durch 13 Verbindungsstollen (Querschläge) miteinander verbunden.

Der Tunnel durchörtert zum Großteil (auf etwa ¾ der Länge) Karbonatgestein und zu einem geringeren Teil Übergangsschichten, die an den Tunnelenden und in den Zwischenschichten aus Karbonatgestein sind. Wie bei den anderen Tunneln des zweiten Gleises wird hier die sog. Neue Österreichische Tunnelbaumethode (NÖT) angewandt, eine Vortriebsmethode mit Ausbruch und Sprengung ohne Tunnelbohrmaschinen.

Tunnel Stepani (T3)

Mit einer Länge von 335 Metern ist dies ist der kürzeste Tunnel des zweiten Gleises sowie von Divača aus der erste Tunnel unterhalb des Karst-Rands (Kraški rob). Zusammen mit dem Tunnel Osp (T5-6) wird er den Kurztunneln zugeordnet, die, aufgrund ihrer kurzen Länge keine Notlüftung und Rettungswege benötigen, welche bei mittleren und langen Tunneln durch seitliche Querschläge als Verbindung zu den parallel verlaufenden Versorgungsröhren gewährleistet werden. Auf der Oberfläche des Tunnels Stepani befinden sich im Einwirkungsbereich des Tunnelbaus keine bewohnten Gebäude.

Tunnel Tinjan (T4)

Der Tunnel Tinjan ist ein einröhriger Tunnel und mit 1 949 Metern der viertlängste Tunnel auf der Strecke des zweiten Gleises. Er verfügt auch über zwei Ausfahrtsröhre. Die Aushubarbeiten im Tunnel begannen Anfang Juni 2022 und dauerten bis Februar 2024. Auf der Oberfläche des Tunnels befinden sich im Einwirkungsbereich des Tunnelbaus keine Wohngebäude.

Tunnel Osp (T5-6)

Ursprünglich waren auf dem Gebiet des Tunnels Osp zwei Tunnel geplant, die in den späteren Phasen jedoch zu einem Tunnel mit einer Länge von 513 Metern zusammengeschlossen wurden. Die Besonderheit des Tunnels Osp ist die ausgeprägte Hanglage sowie zwei Bereiche mit niedriger Überdeckung, wo zur Gewährleistung des unterirdischen Vortriebs vorab entsprechende Maßnahmen auf der Oberfläche erforderlich waren, und zwar wurde die schlechte Erd- und Gesteinsschicht abgetragen und durch eine Zementstabilisierung ersetzt.

Tunnel Mlinarji (T7)

T7 bzw. der Tunnel Mlinarji wurde nach dem gleichnamigen Weiler in der Nähe benannt. Mit einer Länge von 1 154 Metern gehört er zu den mittellangen Tunneln des zweiten Gleises. Der Tunnel Mlinarji ist einröhrig errichtet und hat eine 165 Meter lange seitliche Versorgungs- oder Rettungsröhre in der Mitte. Auf der Oberfläche des Tunnels befinden sich im Einwirkungsbereich des Tunnelbaus keine bewohnten Objekte.

Tunnel Škofije (T8)

Mit einer Länge von 3 808 Metern ist dies der drittlängste zweiröhrige Tunnel. Die Haupt- und die Versorgungsröhre werden durch 7 Verbindungsstollen (Querschräge) miteinander verbunden. Der Ausbruch durch das Flysch erfolgte maschinell mit Tunnelbagger und Hydraulikhämmern sowie durch Bohren und Sprengen. Im Bereich der niedrigen Überdeckung waren im Tal des Bachs Škofijski potok für den Vortrieb oberhalb der Hauptröhre vorhergehende Maßnahmen erforderlich, und zwar musste der schlechte Erdboden über dem Scheitelpunkt des Tunnels entfernt und ein Trenndeckel aus Stahlbeton eingebaut werden.

Karsterscheinungen

Die Karsterscheinungen sind ein einzigartiges geologisches Merkmal, die unter der auflösenden Wirkung von Wasser auf lösliche Gesteine entstehen. Am ausgeprägtesten kommen sie in den Karstlandschaften vor, wo das Wasser lange Zeit durch Infiltration und chemische Reaktionen im Gestein das Gelände geformt und die Oberfläche verändert hat, sodass sich daraus eine Vielzahl von Reliefen und verschiedene Formen gebildet haben.

Entstehung von Karsthöhlen

Eine der wichtigsten Karsterscheinungen ist die Entstehung der Karsthöhlen. Das Wasser löst langsam den Kalkstein und andere Gesteine auf und erschafft unterirdische Kanäle und Höhlen. Diese Höhlen reichen von kleinen Hohlräumen bis hin zu riesigen unterirdischen Labyrinthen.

Karstlandschaften

Neben den Höhlen sind auch die Karst-Täler ein charakteristisches Merkmal der Karstlandschaften. Sie entstehen durch das Durchdrängen der Oberfläche infolge der Gesteinsauflösung und Erosion und bilden die typischen Vertiefungen wie Felder oder Karsthöhlen. Eine weitere wichtige Karsterscheinung sind die Karstquellen und -schlundlöcher. An den Quellen tritt das Grundwasser wieder an die Oberfläche, während an den Schlundlöcher das Wasser in den Untergrund zurückfließt.

Die Karsterscheinungen haben auch einen großen Einfluss auf die biotische Vielfalt, da viele Arten an die spezifischen Verhältnisse der Karstlandschaft angepasst sind. Trotz ihrer Schönheit und Bedeutung für die Umwelt reagieren die Karstlandschaften empfindlich auf die menschlichen Eingriffe und erfordern eine sorgfältige Bewirtschaftung und Erhaltung.

Karsthöhlen sind auch Naturwerte von nationaler Bedeutung, weshalb sie die Karstforscher:innen während der Errichtung der zweiten Eisenbahnlinie genau studieren und auf eine Weise überbrücken, dass der Schaden möglichst gering bleibt.

Orte von Karstphänomenen

Die Karsterscheinungen befinden sich an der Stelle der längsten Tunnel der Strecke, Lokev (T1) und Beka (T2). Im April 2024 wurden Höhlengänge auf eine Länge von 4.815 Meter dokumentiert, wobei die Summe der Tiefen insgesamt 2 220 Meter beträgt. Die längste und tiefste Höhle, die entdeckt wurde, ist die 2TDK 017 mit einer Länge von 530 Metern und einer Tiefe von 168 Metern. Um etwa die Hälfte kürzer ist die Höhle 2TDK 041, die eine Länge von 273 Metern und eine Tiefe von 64 Metern hat. Bis April 2024 wurden insgesamt 82 Karsterscheinungen dokumentiert.

Umweltmonitoring

Der Bau der Infrastrukturobjekte kann Auswirkungen auf die Umgebung haben. Das betrifft auch die Bauarbeiten für das zweite Gleis, obwohl die Strecke, soweit möglich, die dicht besiedelten Ortschaften umgeht und 75 % der Strecke unterirdisch verlaufen, was zusammen mit der Art der Beförderung insbesondere ökologische und nachhaltige Vorteile hat. Bei der Einbettung des zweiten Gleises in die Landschaft war es wichtig, die umweltfreundlichsten Lösungen zu wählen, da die Strecke durch ökologisch sensible und geschützte Gebiete verläuft. Die Umwelt bleibt trotz der großen baulichen Eingriffe weitestgehend unberührt.

Bauarbeiten haben die größten Auswirkungen auf die Umwelt.

Daher führen wir eine Reihe von Umweltüberwachungen durch, bereiten Maßnahmen zur Schadensbegrenzung vor und greifen bei einer Verschlechterung der Situation sofort ein. Auf diese Weise sorgen wir für die Umwelt und schützen die Natur.

Um die Umwelt zu erhalten und zu schützen wird ein Monitoring der Fische und Krebse, Amphibien, Vögel, Lebensraumtypen, Wasserorganismen und Fledermäuse durchgeführt. Aufgrund des karstigen Geländes gibt es auch ein Karstmonitoring. Zu den Überwachungsmaßnahmen gehören die Erfassung des Anfangsbestands der Population. Außerdem zeigen die Monitorings den Einfluss der Bauarbeiten. Da für die Einrichtung der Zufahrtsstraßen zu den Baustellen der Wald gerodet werden musste und viele Fledermäuse ihre Schlafplätze verloren, wurden für sie Ersatzquartiere, sog. Fledermauskästen, aufgestellt. 45 Stück sind dauerhaft an genau bestimmten Orten angebracht und werden von den Fledermäusen allmählich besiedelt. Ein Drittel der besetzten Fledermauskästen wurde dem Bericht zufolge bereits von den Fledermäusen bereits aufgesucht und angenommen. Darin wurden nicht nur die vor den Bauarbeiten erfassten Arten gesichtet, sondern es hat sich sogar eine neue Fledermausart aus Italien dort niedergelassen. Es ist äußerst wichtig, auf der Trasse des zweiten Gleises die Gewässer und Wasserorganismen zu beobachten. Regelmäßige Kontrollen werden in den Gebieten des Flusstals der Tälern Glinščica, im Flussbereich Osapska reka und am Bach Škofijski potok durchgeführt.

Während der Bauarbeiten werden neben dem Umweltmonitoring auch der Lärm, die Luft und die Schwingungen überwacht und die für die Objekte wichtigste Infrastruktur kontrolliert.

Wir sind uns der Bedeutung einer gesunden Umwelt für Menschen, Tiere und Pflanzen bewusst. Trotz der Komplexität und der immensen Größe des Eisenbahnbauprojekts wurden mit Hilfe der ergriffenen Maßnahmen und den durchgeführten Überwachungen die Umwelt und die darin lebenden Organismen weitgehend erhalten und an einigen Stellen hat sich die Situation sogar etwas verbessert. Während der Bauphase müssen zahlreiche komplexe Naturschutzmaßnahmen ergriffen werden. Der Streckenbetrieb wird keine dauerhaften negativen Auswirkungen auf die Natur haben, da fast die gesamte Trasse unterirdisch verläuft. Durch den Streckenverlauf und die Bauweise wird die Brandsicherheit deutlich erhöht.

Nachfolgend erfahren Sie mehr über die Flora und Fauna entlang der Trasse

Dohlenkrebs (austropotamobius pallipes)

Diese Krebsart lebt in europäischen Süßgewässern, wo sie sich unter Steinen und an solchen Stellen aufhält, dass sie vor Raubtieren und starker Wasserströmung geschützt ist. Auf der Trasse des zweiten Gleises ist der Dohlenkrebs vor allem im Bach Glinščica zu finden. Er kommt nur in unbelasteten Bachläufen vor, was bedeutet, dass das Wasser der Glinščica trotz der umfangreichen Bauarbeiten sauber ist. Der dauerhafte Bestand des Dohlenkrebses ist ein weiterer Indikator für den guten ökologischen Zustand des Wassers.

Amphibien (amphibia)

Das Amphibienmonitoring überwacht dem Lebenszyklus der Amphibien an einzelnen Beobachtungorten wie in Mooren, Auen, Feuchtgebieten. Im erforschten Gebiet wurden neun Amphibienarten festgestellt – die Erdkröte (bufo bufo), der Springfrosch (rana dalmatina), der Mittelmeer-Teichmolch (v. meridionalis), der Teichmolch (lissotriton vulgaris) der Alpen-Kammmolch (triturus carnifex), der Feuersalamander (salamandra salamandra) der Europäische Laubfrosch (hyla arborea), die Gelbbauchunke (bombina variegata) und der Grünfrosch (pelophylax).

Götterbaum (ailanthus altissima)

Diese nicht heimische invasive Pflanzenart stammt ursprünglich aus China. Im 19. Jahrhundert wurden die schnell wachsenden Götterbäume zur Aufforstung der kahlen Karstgebiete gepflanzt. Wegen der raschen Vermehrung verdrängt der Götterbaum das Wachstum der heimischen Pflanzen, weshalb seine Ausbreitung sorgfältig überwacht und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden müssen. Der Götterbaum ist die im Baugebiet des zweiten Gleises am häufigsten vorkommende nicht heimische Pflanzenart.

Fledermäuse (chiroptera)

Bislang wurden in Slowenien insgesamt 33 Fledermausarten erfasst, von denen vermutlich eine bereits ausgestorben ist, sodass sich die Zahl der in Slowenien vorkommenden Arten derzeit insgesamt 32 Fledermausarten beläuft. Im Flusstal der Glinščica wurden zum Zeitpunkt der Zählung 13 Fledermausarten dokumentiert, u. a. die Kleine Hufeisennase (rhinolophus hipposideros), die Große Hufeisennase (rhinolophus ferrumequinum), die Kleine Bartfledermaus (myotis mystacinus), die Alpenfledermaus (hypsugo savii), der Große Abendsegler (nyctalus noctula) und die Zwergfledermaus (pipistrellus pipistrellus). Die Zerstörung ihrer Baum-Quartiere durch den Kahlschlag wurde durch die Aufstellung von 45 Fledermauskästen ersetzt.

Vögel

Das Vogelmonitoring umfasst die Erfassung der Brutvögel und des Uhus (bubo bubo) auf der gesamten Trasse, insbesondere im Flusstal der Glinščica und im Gebiet von Črni Kal. Hier kommen zahlreiche verschiedene für den Karst typische tag- und nachtaktive Vogelarten vor. Die im Rahmen der Zählungen bisher erfassten Vogelarten sind der Grauammer (emberiza calandra), der Wiedehopf (upupa epops), die Feldlerche (alauda arvensis), die Heidelerche (lullula arborea), der Neuntöter (lanius collurio), der Uhu (bubo bubo), die Zwergohreule (otus scops), der Ziegenmelker (caprimulgus europaeus), der Brachpieper (anthus campestris) und der Schlangenadler (circaetus).

Schienenoberbau auf der Bahnstrecke von Divača bis Koper

Auf 85 % der Bahnstrecke des zweiten Gleises Divača – Koper werden die Gleise auf fester Fahrbahn verlegt, während auf dem offenen Streckenabschnitt vom Bahnhof Divača bis zum Tunnel-Portal für die Einfahrt in den Tunnel Lokev (T1) und vom Ausgang aus dem Tunnel Škofije (T8) bis zum Güterbahnhof Koper (Koper Tovorna) der Schotteroberbau vorgesehen ist.

Schotteroberbau

Der klassische Oberbau mit Schotterbettung hat ein eine hohe Elastizität und Schalldämmung. Ein wichtiger Vorteil der klassischen Gleisbauform ist die einfache Wartung, die jedoch häufiger durchgeführt werden muss als bei der festen Fahrbahn. Die Ingenieur:innen haben bereits 160 Jahre Erfahrung mit dem Bau des klassischen Oberbaus. Außerdem ist die Umsetzung dieses Systems schneller und billiger. Die Lebenserwartung des Schotteroberbaus liegt bei 30 bis 40 Jahren.

Feste Fahrbahn (Tragplattenoberbau)

Dies ist eine moderne und weltweit erfolgreich verwendete Gleiskonstruktion, die im Vergleich zum herkömmlichen Schotteroberbau weniger Wartungsaufwand erfordert. Außerdem ist die Lebenserwartung höher und die Fahrt angenehmer. Die Verwendung des Gleissystems auf fester Fahrbahn schließt das Auftreten von Fehlern in der Gleisgeometrie während der Wartungsarbeiten aus. Die Möglichkeit der direkten Befestigung am Objekt, die niedrigere Konstruktionshöhe und das leichte Gewicht im Vergleich zum klassischen Oberbau machen dieses Gleissystem zur optimalen Lösung für Tunnel und Brücken. Die erwartete Lebensdauer eines auf fester Fahrbahn gebauten Gleissystems beträgt 50 bis 60 Jahre.

Kontakt

Koordinator des Besucherpunkts Kraški rob: